Flammen über den Feldern – mit etwas Fantasie PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 01. Oktober 2010 um 14:28 Uhr

Mehrere Wehren traten zur Großübung an.

Rauch wabert über den Äckern, kurz vor der Gemarkungsgrenze zwischen Unter- und Obereuerheim, rote Feuerwehrautos preschen von der Schnellstraße heran. Die große Maschinenhalle des landwirtschaftlichen Betriebs Pfrang steht in Flammen. Als Erstes ist am Dienstag kurz nach 17.45 Uhr die Ortsfeuerwehr da: „Wäre ja schlimm, wenn's nicht so wäre“, meint ein Untereuerheimer Floriansjünger zum Tempo seiner Mannschaft, und richtet den Wasserstrahl aufs Dach. Jetzt heißt es, auf die „Kavallerie“, sprich die Atemschutzgeräteträger, warten.

Im Minutentakt treffen bei der Großübung die Verstärkungen ein, teilweise über einen schmalen Feldweg: außer den vier Grettstädter Wehren auch noch die Kollegen aus Gochsheim und Gerolzhofen, dazu Schweinfurter ASB und Johanniter. Nach einer Dreiviertelstunde sind über hundert Rettungskräfte versammelt, die großen Fahrzeuge auf beengtem Raum zu manövrieren, ist nicht ganz einfach.

Dass eine brennende Halle voller Dünger im Ernstfall längere Zeit stehen würde – ein optimistisches Szenario, auch das Auslegen der Schläuche zu den entfernten Wasserleitungen macht die Übung zur kniffligen Angelegenheit. Der zuständige Kreisbrandmeister Stefan Hauck sowie Alexander Bönig und Bernhard Voit begutachten mit Feldherrnmiene die Schadenslage. Mit dabei ist auch Bürgermeisterin Traudl Epp, wenige Tage vor ihrer Amtsübergabe. „Mein letzter Termin mit der Feuerwehr“, sagt sie etwas wehmütig ins grau-nasse Herbstwetter hinein: „Wenn hoffentlich nicht noch etwas passiert.“

Vermisste Personen werden, teils verletzt, aus der eingenebelten Halle geholt, ein Feuerwehrmann kollabiert, so die Annahme, unter Atemschutz, muss von den Sanis weggetragen und erst mal von seiner schweren Montur befreit werden. Ein paar Zuschauer aus dem Ort sind auch da, ein ehemaliger Kommandant erinnert sich ob der hektischen Szenen an den Krieg: Damals hätten hier draußen Flakscheinwerfer gestanden.

An diesem Tag ist die große Katastrophe mit Feuer und Verletzten gottlob nur eine Übung. Die Gerolzhöfer legen sich ins Zeug, um auf freiem Feld Wasser zum Mann in der großen Korbleiter zu bekommen. Der mächtige Strahl schießt in die „falsche“ Richtung – von der Halle weg, deren Inhalt nicht zu sehr durchnässt werden soll. Ein „Geysir“ aufgrund von Überdruck in einem Schlauchsystem mit anschließender Überschwemmung sorgt noch einmal für etwas „Action“. Dann werden die Schläuche eingerollt: Übung beendet.

Von unserem Mitarbeiter Uwe Eichler

Quelle: Schweinfurter Tagblatt, 21.01.2009

 

Kalender

Juni 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Zufälliges Foto

RocketTheme Joomla Templates